Ortschronik von Mönchberg im Spessart - Urlaub im Naturpark Spessart - erholen - Erholung - Erlebnis - Baumhaushotel - Barockkirche - wandern - radfahren




Herzlich willkommen im Luftkurort Mönchberg im Spessart

Der staatlich anerkannte Luftkurort Mönchberg liegt im Naturpark Spessart. Die Höhenlage reicht von 252 m bis 511 m NN. Mit 1250 Hektar Wald ist der Markt Mönchberg eine der waldreichsten Gemeinden im Landkreis Miltenberg. Im Rahmen der kommunalen Gebietsreformen in Bayern wurde der Ortsteil Schmachtenberg dem Markt Mönchberg zugeordnet, der heute ca. 2.400 Einwohner hat und eine Gesamtfläche von 24,16 Quadratkilometer umfasst.

Da Bodenbeschaffenheit und Klima des Untermains schon in vorgeschichtlicher Zeit günstige Voraussetzungen für eine Besiedlung durch den Menschen boten, fand man hier in großem Umfang Zeugnisse prähistorischer Kulturepochen. Das Gebiet des Untermains trat mit dem Erscheinen der Römer um das Jahr 90 n. Chr. deutlicher ins Licht der Geschichte. Die materiellen und geistigen Ausstrahlungen des gewaltigen Römerreiches machten sich in Handel und Wandel bemerkbar. Um das Jahr 260 wurde der Limes von den Alemannen durchstoßen und allmählich zerbrach das Römische Reich. Mit dem Frankenreich hielt das Christentum im 7. Jahrhundert seinen Einzug in den Landen am unteren und mittleren Main.

An die Missionstätigkeit irischer Mönche erinnert der älteste Mönchberger Bildstock mit den Figuren der drei "Frankenapostel". Die Lage Mönchbergs an der Kreuzung mehrerer Altwege, besonders aber die Entfernung vom Hauptstützpunkt Aschaffenburg, führte dazu, dass hier, mitten in der Spessartwildnis, eine Rast- und Verpflegungsstätte notwendig wurde. Aus dem Gesamtbild des Weistums geht klar hervor: Mönchberg entstand nicht für sich alleine.

Von Anfang an gehörten Streit sowie Ober- und Unterschippach dazu. Die Menschen dieser Siedlergruppe bildeten eine freibäuerliche Genossenschaft. Sie hatten einen gemeinsamen Herrn, gemeinsames Recht und Weistum. Sie lebten auf Königsland, leisteten Kriegsdienst, zahlten Zins und Gült an den König und hatten dafür das Recht auf Wasser und Wiese, Feld und Wald. Dies war die frühmittelalterliche Centene.

Der Mönchberger Herrenhof war exterritorial. Am Tor war das kurpfälzische Wappen angeschlagen, das mehrfach erneuert wurde. Erzbischof Gerlach von Nassau (1346 - 1371) erwirkte durch Urkunde im Jahre 1367 von Kaiser Karl IV. das Privileg, sein Dorf Mönchberg zu befestigen, zur Stadt zu machen, einen Wochenmarkt abzuhalten, ein Hochgericht, Rad und Galgen einzurichten, auch sollte Mönchberg alle Rechte, Freiheiten und Vergünstigungen erhalten wie die Stadt Aschaffenburg. Damit waren nicht nur die sehr alten Beziehungen Mönchbergs zu Alt-Aschaffenburg wieder angeknüpft, sondern darüber hinaus wurde die einstige Centene und jetzige Zent zu einem eigenen Hochgerichtsbezirk erhoben.

Die Entstehung des herrschaftlichen Hauses Mengebur liegt im Dunkeln; es stand wohl in Beziehung mit den Herrn von Rieneck. Die bedeutendsten Herren in Mönchberg waren die Ritter von Aulenbach. 
Sie hatten in Mönchberg ihren Sitz und in der alten Pfarrkirche ihre Erbbegräbnisstätte. Die Herren von Aulenbach hatten zwei Lehenhöfe in Mönchberg - ein kurmainzisches Burglehen als Mannlehen und ein kurpfälzisches Lehen als freieigenen Besitz. 

1218 erstmals urkundlich erwähnt, aber nach Wann bedeutend älter, muss im Kampf zwischen Mainz und Rieneck Schaden erlitten haben. Denn die Erzböschöfe Gerlach und Adolf von Nassau setzten zwischen 1357 und 1391 ihren Burg- bzw. Amtmännern zu Mönchberg, den Pfeilen und Rittern von Aulenbach, einen jährlichen Baukanon fest,  damit sie die Burg "wiedergebuwen und wiederbrengen", also wiederaufbauen und wiederherstellen und "in redelichem buwe fürbaß halten".

Sie wurde nicht mehr voll aufgebaut, nur ausgebessert. 

Es ist später nur mehr von einem Slosslin, einem Schlösschen, die Rede. Die eigentliche Burganlage ist im Orts bild an der Straßenlage noch gut zu erkennen; der Weg, den die Fronleichnamsprozession heute noch geht, führt "um die Burg". 

Der schmale und steile Aufgang zur Kirche vom Schulhaus und Rathaus her stammt erst aus 1770. Damals wurden 41 Tage lang Steine am Schlossbuckel gegraben. Der Halsgraben beim Pfarrhaus zum Kreuz des Simon Bauer ist ebenso wie der ganze Kirchplatz mit den Trümmern der Burg und alten Kirche hoch aufgeschüttet. 

Beim Bau der Kirchenheizung fand sich in 3½ Metern Tiefe unter der Sakristei eine diagonal laufende Mauer, dabei ein Grab. 


    Gasthaus zur Mengeburg

Von der Burg steht noch das Wohnhaus, ehemals die Scheune des Gasthauses zum Neuen Bau, hart an der Kirche, mit romanischen und gotischen   Bauteilen. Im Innern der Scheune war die Einteilung der Gaden (Stuben) mit gemauerten Sitzen in den Fensternischen noch zu sehen.
Diese ehemalige Scheune, das einzige Haus in Mönchberg, das noch in die Zeit vor 1500 zurückgeht, wurde zum Abbruch freigegeben.

Mit der Dorfbefestigung scheint alsbald nach Erteilung des kaiserlichen Privilegs von 1367 ernst gemacht worden zu sein. Voll ausgebaut wurden nur die beiden Tortürme, das Erden- oder Zenttor gegen Eschau und das Endtor gegen Röllbach. Das Endtor wurde 1803 abgerissen, der Zentturm 1850. Ihr Standort ist an den freien Plätzen vor der heutigen Post und beim Gasthaus "Zum Rad" noch kenntlich. Im Erdentor war das Zentgefängnis eingebaut, im Endtor wird das starke Fallgatter genannt. Eine Federzeichnung von Pfarrer Schick (1803-1829) kurz vor dem Abbruch zeigt das Endtor, einen mächtigen ruinösen Rundturm mit einer hohen steinernen Freitreppe. In späterer Zeit ist gelegentlich noch von einem Pulfertörlein die Rede, einem kleinem Pförtchen, das nachträglich im sogenannten Pulfer (Pulff) durch die Mauer gebrochen wurde.

Die heutige Dorfmauer entspricht der Umgrenzung des wiederholt genannten "Vorhofs" der Burg, einer Vorburg also, die selbst wieder vielleicht der ältesten zum hunno-Hof gehörigen Rodungsfläche entspricht. Die Dorfmauer weist eine ausgesprochene Schildform auf. Das ist kaum zufällig so. Könnte hier nicht der mittelalterliche Heerschildgedanke ebenso festgehalten worden sein, wie er auch im Weistum der Königszinser von Mennegebur lebendig blieb? Die ursprünglich in der Nähe des hunno-Hofs liegenden Höfe der Bauern wurden anlässlich der Dorfbefestigung in diese Vorburg verlegt. Jede Erweiterung einer Hofriet ist später mit einer Zinszahlung an die Herrschaft verbunden.

In unserer obigen Rechtsweisung wird neben dem Erzbischof und seinen Amtsleuten auch den Bürgern zu Möngbarr das Recht auf Schutzbauten zugesprochen. Diese sollen daher auch unter Mithilfe der gesamten Dörfer errichtet werden. Den Anspruch auf diese Mithilfe begründet das Weistum mit dem Hinweis "dieweil sie gen Möngbarr an das Haus gehören". Demnach hatte die Bauernschaft bereits dem herrschaftlichen Haus Mithilfe bei der Erbauung der Burg zu leisten gehabt. Vermutlich war das schon bei der Anlage des Rodungsfleckens Mennegebur der Fall gewesen, den sie ja auch verteidigen mussten. "Die Teilnahme an den Arbeiten zur Errichtung und Unterhaltung der Festungsanlagen (das ,Burgwerk') war eine öffentliche Last aller Anwohner, in den Städten eine solche der Bürgerschaft.  Aber damit hatte die Bauernschaft auch damals schon ein Mitrecht auf den Schutz durch die Burg und ihren Herrn erworben. Im Weistum ist ihnen jedoch lediglich die Freiheit, d. h. das Recht, eingeräumt, ihr Vieh in den Graben um die Burg zu treiben. Das kann natürlich nur im Falle einer Gefahr einen Sinn gehabt haben, denn das ganze Mittelalter hindurch wurde das Vieh herdenweise, in Koppeln, zur Weide in den Wald getrieben.

Wir sehen: die Einheit zwischen hunno und Hundertschaft, Centenar und Bauernschaft ist ebenso durchbrochen wie die Einheit der Zent zur Eich als Königsmark. Der hunno gehört dem Adel an und sitzt im Gegensatz zur Bauernschaft in der festen Burg, die über dem hunno-Hof erbaut ist. Mit der Bauernschaft hat dieses Haus Möngbarr nur im obigen Notfall zu tun. Umgekehrt gewährt auch diese ihm, wie die 6. Rechtsweisung zeigen wird, in ihren Eigenwaldungen nur eine beschränkte Beholzungsmöglichkeit, nicht aber auch das freie und uneingeschränkte Holzrecht, wie es jedem Bürger zustand. Die gleiche Trennung von Adel und Bauernschaft wurde bereits in der Eingabe um die Erneuerung des Weistums vom 23. April 1660 ersichtlich, wo den ortsansässigen Ministerialen Holz-, Weide- und Schäfereirechte auf den Einspruch der Bauern hin abgesprochen wurden.

Es hatten sich demnach mit der Zeit zwei Rechtskreise gebildet, die einander gegenüberstehen: die Bauernschaft und das Haus Mengebur. Ihre Herkunft aus einer gemeinsamen Wurzel, der alten karolingischen Centene, ist aus den wenigen bisher genannten Spuren einstiger Zusammengehörigkeit immerhin noch zu erkennen, auch wenn andere Quellen verschüttet sind. Die Zuflucht in ein festes Haus hatte mit Burgenromantik jedenfalls nichts zu tun.

Die Schule (Foto links) war in ihren Anfängen eine kirchliche Einrichtung. Die Einrichtung, Leistung und Besoldung war Sache der einzelnen Pfarreien. Einen Schulzwang gab es nicht; der Pfarrer forderte jedoch die Eltern auf, ihre Kinder fleißig in die Schule zu schicken.

Für das Schulwesen war das Jahr 1670 ein Wendepunkt. Die Behörde begann, zur Hebung und Vereinheitlichung der Schule neue Richtlinien zu erlassen und durchzusetzen. Die Kosten der Schule verlagerten sich von der Pfarrei immer mehr auf die Gemeinden. Im Jahre 1740 wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Mönchberg erhielt 1966 eine neue Volksschule; heute umfasst diese Grund- und Teilhauptschule 13 Klassen.

Mönchberg war als Bauernsiedlung entstanden. Älteste Spuren für die Darstellung der späteren handwerklichen Entwicklung fehlen. Das Weistum aus dem Jahre 1396 nennt lediglich den Müller, Wirt, Bäcker und Metzger. Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg hatte Mönchberg eine auffallend große Zahl von Gewerbetreibenden vorzuweisen. Die Blütezeit der Häfner war von der Mitte des 18. bis ins 19. Jahrhundert. Die Erzeugnisse waren nicht nur auf einheimischen Märkten, sondern auch weit darüber hinaus gefragt. Der Markt Mönchberg bietet wegen seiner schönen Lage vor der Kulisse des Spessartwaldes ideale Voraussetzungen für erholsamen Urlaub. Mönchberg ist durch sein vorzügliches Klima eine der beliebtesten Wohngemeinden des Spessarts. Das typisch fränkische Ortsbild ist von gepflegten Fachwerkhäusern mit reichem Blumenschmuck geprägt.

Der Markt wurde daher im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" als Bezirkssieger mit der Silbermedaille ausgezeichnet.

Sehenswert ist die Barockkirche, welche zwischen 1749 - 1751 von Johann Martin Schmitt aus Miltenberg erbaut wurde, die alte Ortsmauer und das historische Rathaus aus dem 13. Jahrhundert (siehe Foto oben links).. 

Mönchberg ist heute als idealer Fremdenverkehrsort unumstritten. 

Eine Vielzahl von Einrichtungen, wie zum Beispiel das herrliche beheizte Waldschwimmbad, die Wassertretanlage nach Pfarrer Kneipp mit Armbecken, eine Minigolfanlage und der  Trimm-Dich-Pfad, die Reitanlage, Skilift, Tennisplätze, wöchentliche Konzerte im Musikpavillon und ca. 80 km gut beschilderte und bequeme Wanderwege mit Ruhebänken stehen zur Verfügung.

Außerdem sorgen die ortsansässigen Vereine für ein breitgefächertes Angebot der Betätigung im sportlichen und kulturellen Bereich. Siehe unter Vereine (hier).

Der Markt Mönchberg mit Ortsteil Schmachtenberg  bildet mit der Gemeinde Röllbach eine Verwaltungsgemeinschaft. Diese umfasst 3479 Einwohner und eine Gesamtfläche von 36,56 Quadratkilometer. Die Gemeinde Röllbach besitzt die sehenswerte Maria-Schnee-Kapelle sowie verschiedene moderne Freizeiteinrichtungen. Zusammen mit der Nachbargemeinde Eschau ist Mönchberg vom Freistaat Bayern als zentraler Ort mit der Funktion eines Doppelzentrums eingestuft worden.
 
(Text aus Ortschronik / Heimatfest vom 22.07. - 25.07.1988 und Buch "Mönchberg im Spessart von H. Weber)