Schornsteinfeger

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Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger (auch Essenkehrer, Kaminkehrer, Sottje oder Schlotfeger (regional)) sind Personen, die Schornsteine fegen.
In Deutschland wurden ihnen vom Gesetzgeber zusätzliche Aufgaben übertragen:
die Reinigung und Überprüfung von Schornsteinen,
die Messung von Ölheizungen, Gasheizungen, Pelletheizungen und von gasbetriebenen Durchlauferhitzern,
sowie die sogenannte Feuerstättenschau (bei neu installierten Heizungen sowie zweimal alle sieben Jahre).

Zweck und Aufgaben

Schornsteine werden gereinigt, damit der Schornsteinquerschnitt groß genug für den Abzug der Abgase bleibt. Der Querschnitt kann reduziert werden (bis hin zur Verstopfung des Schornsteins) durch Laub, Vogel-, Hornissen- und Wespennester oder - bei sehr alten Schornsteinen - durch altersbedingte Schäden am Schornstein. Wenn es dadurch zu einem Abgasrückstau kommt, können Abgase in den Raum gelangen, in dem die Heizung steht. Siehe auch Kohlenmonoxid-vergiftung.
Wenn viel Ruß im Schornstein ist und die Schornstein-Innenwände stark erhitzt sind (zum Beispiel durch längeres Heizen "am Stück"), kann das heiße Abgas den Ruß entzünden (Schornsteinbrand, auch Rußbrand genannt).
Gas verursacht im Schornstein keinen Ruß; Öl, bei korrekter Einstellung, allenfalls in marginalen Mengen. Ruß entsteht in nennenswerten Mengen bei Feuerung mit festen Brennstoffen in offenen Kaminen, Festbrandöfen und Holz-Zentralheizungen durch unvollständige Verbrennung (siehe Verbrennung (Chemie), Brennholz-Verbrennung, Schwelen).
Für das Ruß-Entfernen werden spezielle Kehrgeräte wie der Stoßbesen oder das Schultereisen eingesetzt.

Kohlenmonoxid-Gehalt (CO)

Der Schornsteinfeger überprüft auch den Kohlenmonoxid-Gehalt (CO) im Abgas von Feuerstätten. Kohlenmonoxid (oder Kohlenstoffmonoxid) ist ein unsichtbares, geruch- und geschmackloses Gas, das bereits in kleinen Mengen hochgiftig ist und ab einem Gehalt von 1000 ppm (0,1 Vol%) zu einer lebensbedrohlichen Gesundheits-gefährdung führen kann, wenn es in die Raumluft entweicht. Die zur Messung verwendeten elektronischen Messgeräte müssen halbjährlich von einer zugelassenen Prüfungsstelle (oft in der jeweils zuständigen Schornsteinfeger-innung) kontrolliert werden. Ein Schnelltest für weitere Größen wie Kohlendioxid oder Sauerstoff wurden früher mittels eines sogenannten Schüttelknochen vorgenommen. Diese Technik gilt inzwischen als veraltet.

Abgasverlust
Der Schornsteinfeger misst im Rahmen der Abgasmessung auch den Abgasverlust einer Heizungsanlage, also den Anteil der Wärmeenergie im Brennstoff, die beim Betrieb der Feuerstätten ungenutzt durch den Schornstein verloren geht. Für den Abgasverlust einer Heizungsanlage gibt es festgelegte Grenzwerte, die unter anderem von der Leistung der Anlage abhängen und deren Einhaltung der Schornsteinfeger prüft. Grundlagen hierfür sind in Deutschland das Bundes-Immissionsschutzgesetz sowie die erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes (1. BImSchV).
Der Abgasverlust ist jedoch allein kein Maß dafür, ob eine Heizungsanlage wirtschaftlich arbeitet. Andere Anlagenparameter wie z.B. die Wahl der richtigen Heizkurve und derJahresnutzungsgrad haben einen größeren Einfluss auf die Energieeffizienz und damit die Kosten einer Zentralheizung.

Rußzahl (bei Ölheizungen)

Bei mit Heizöl befeuerten Heizungsanlagen ermittelt der Schornsteinfeger mit einer Abgasmessung die Rußzahl. Dies schreibt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) vor. Seit dem 22. März 2010 gelten neue Messintervalle.

Feuerstättenschau

In Österreich und in Deutschland gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Feuerstättenschau (auch Feuerstättenbeschau genannt). In Deutschland regelt seit dem 1. Januar 2010 bundeseinheitlich die KÜO (Kehr- und Überprüfungsordnung) die zeitlichen Abstände sowie die Pflicht, die Feuerstättenschau (FSS) durchführen zu lassen; früher regelten dies Landesgesetze. Am Ende steht ein Feuerstättenbescheid.
Die Feuerstättenschau ist eine visuelle Kontrolle. Sie soll feststellen, ob die Feuerungsanlage noch betriebs- und brandsicher ist oder ob sie Mängel hat. Der Schornsteinfeger prüft unter anderem:

die Dichtheit der Ofenrohre und Abgasanlagen
Brandschutzabstände zu Bauteilen aus brennbaren Stoffen:
z. B. könnten brennbare Bauteile (z.B. Holzdecken, hölzerne Wandvertäfelungen, Türen u. ä.)  hinzugekommen sein, die zu nahe an der Feuerstätte sind
z. B. könnte vor Feuerungsöffnungen ein nicht-brennbarer Bodenbelag durch einen brennbaren ersetzt worden sein - dann müsste der Betreiber eine nicht-brennbare Unterlage einer bestimmten Mindestgröße vor die Feuerungsanlage legen
ob die Verbrennungs-luftversorgung gewährleistet ist
ob an der Heizung oder am Ofenrohr Verschleißspuren sichtbar sind, die die Funktion der Anlage beeinträchtigen (Hitze kann Korrosion fördern)

Unterstützung bei der Brandbekämpfung

Auf Grund seiner Erfahrung und seiner Ortskenntnisse ist der Schornsteinfeger ein wichtiger Ansprechpartner für die Feuerwehr. Daher wird er bei der Bekämpfung von Schornsteinbränden oft von der zuständigen Feuerwehr hinzugezogen. In Deutschland ist diese Aufgabe im Schornsteinfegergesetz verankert und gehört zu den unentgeltlichen Pflichten der Schornsteinfeger.

Bestimmungen in Deutschland

In Deutschland sind rund 20.000 Beschäftigte im Schornsteinfeger-handwerk tätig.
In Deutschland ist seit 1. Januar 2010 eine bundeseinheitliche Verordnung, die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) vom 16. Juni 2009, in Kraft. Davor gab es Kehr- und Überprüfungsordnungen der einzelnen Bundesländer. Anlage 1 der KÜO vom 16. Juni 2009 legt fest, wie oft im Kalenderjahr welche Anlagen überprüft werden müssen und wie oft der an diese Anlagen angeschlossene Schornstein gekehrt werden muss. Dabei gibt es durchaus einen Ermessensspielraum:

"gelegentlich genutzte Feuerstätten" brauchen nur einmal im Jahr gekehrt zu werden
"mehr als gelegentlich, aber nicht regelmäßig benutzte Feuerstätten" sind zweimal im Jahr zu kehren
"regelmäßig in der üblichen Heizperiode benutzte Feuerstätten" dreimal im Jahr

Z.B. können Besitzer von Kaminöfen und anderen Feuerstätten für feste Brennstoffe ihrem Schornsteinfeger mitteilen, dass ihr Ofen nur gelegentlich benutzt wird und darauf hinwirken, dass dieser nur einmal pro Kalenderjahr gekehrt wird.
Welche Anlagen wie gemessen werden und welche Grenzwerte dabei eingehalten werden müssen, bestimmt die erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissions-schutzgesetzes (1. BImSchV).
Kehrmonopol
In Deutschland galt bis zum 31. Dezember 2012 das so genannte Kehrmonopol (Gebietsmonopol des Staates) und legte fest, dass Hauseigentümer die gesetzlich vorgeschriebenen Tätigkeiten (Kehrungen, Überprüfungen, Messungen, Begutachtungen) nur durch den jeweiligen Bezirks-schornsteinfegermeister durchführen lassen durften. Kehrmonopol, Kehrpflicht, Gebietsmonopol der Bezirks-schornsteinfeger und Gebührenhöhe waren umstritten.
Im März 2008 beschloss die deutsche Bundesregierung, das Kehrmonopol zu lockern und insbesondere EU-Bürgern den Zugang zum Schornsteinfegerberuf zu ermöglichen. Der Gesetzentwurf ist eine Folge des EU-Vertragsverletzungs-verfahrens der Europäischen Kommission von April 2003. Im November 2008 wurde der Gesetzentwurf als Gesetz zur Neuregelung des Schornsteinfeger-wesens (Schornsteinfeger-Handwerksgesetz - SchfHwG) vom 26. November 2008 (BGBl. I S. 2242) verabschiedet.
Seit dem 1. Januar 2013 besteht die Möglichkeit für Haus- und Wohnungseigentümer in Deutschland sich für bestimmte Tätigkeiten (Überprüfungs-, Kehr- und Messarbeiten) einen anderen eingetragenen Schornsteinfeger-betrieb auszusuchen, der für diese Tätigkeiten auch nicht mehr an die Gebührenordnung gebunden ist. Die Abnahme von neu errichteten Feuerstätten und Schornsteinen, das Führen und Verwalten eines Kehrbuches (mit dem Verzeichnis aller Feuerstätten), die sog. Feuerstättenschau, die ca. alle 3,5 Jahre stattfindet, und das Ausstellen eines sog. Feuerstättenbescheides, in welchem alle in dem jeweiligen Haus vorgeschriebenen Überprüfungs-, Kehr- und Messarbeiten aufgeführt werden, obliegt aber weiterhin dem für den Bezirk zuständigen bevollmächtigten Bezirks-schornsteinfegermeister und unterliegen einer festen Gebührenordnung. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger wird dabei als öffentlich beliehener Handwerker im Auftrag des Staates tätig. Er erhält seinen Bezirk von der Behörde für 7 Jahre und muss sich danach einem Wiederbewerbungs-verfahren unterziehen.

Schornsteinfeger-Kosten bzw. -Gebühren
In Deutschland richten sich die Kosten nach den jeweiligen Tätigkeiten, die der Schornsteinfeger ausgeführt hat. Seit dem 1. Januar 2013 (siehe Abschnitt Kehrmonopol) ist es jedem freigestellt, seinen Schornsteinfeger frei zu wählen und somit auch eigene Preise mit dem Schornsteinfeger für Überprüfungs-, Kehr- und Messarbeiten auszuhandeln. Für die sog. hoheitlichen Aufgaben des bevollmächtigten Bezirks-schornsteinfegers, wie Neuabnahme von Schornsteinen und Feuerstätten, der sog. Feuerstättenschau ca. alle 3,5 Jahre und der Ausstellung eines Feuerstätten-bescheides gelten weiterhin eine einheitliche Gebührenordnung. Die seit dem 1. Januar 2010 gültige KÜO erlaubt es Schornsteinfegern, für die Feuerstättenschau eines Kaminofens "Arbeitswerte" nach Zeitaufwand in Rechnung zu stellen.

Bestimmungen in Österreich

In Österreich werden die Kehrperioden ähnlich gehandhabt. Hierbei ist auch die Leistung (kW) einer Feuerstätte ausschlaggebend. In Wien liegt dieser Wert bei 15 kW. So liegen hier die gesetzlich vorgegebenen Kehrungen zwischen ein- und zwölfmal pro Jahr, wobei die Kehrung einmal im Jahr nur dann gestattet ist, wenn die Feuerstätte weniger als 25 Tage (pro Jahr) beheizt wird.

Ausbildung

Die Ausbildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dauert drei Jahre und erfolgt im dualen Ausbildungssystem an Berufsschulen und in Ausbildungsbetrieben des Schornsteinfeger-Handwerks. Der Praxisteil der Ausbildung erfolgt überwiegend im Betrieb, sowie bei der überbetrieblichen Ausbildung der Handwerkskammern und der theoretische Teil an der Berufsschule. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an den oben beschriebenen Tätigkeiten des Berufes und unterscheiden sich in Deutschland und Österreich kaum.

Deutschland

Die offizielle Bezeichnung des Ausbildungsberufes nach der Handwerksordnung (HwO) lautet auf Schornsteinfeger/in. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung, die auch die Möglichkeit für eine Weiterbildung zum Meister eröffnet. Eine erfolgreich absolvierte Meisterprüfung und die nachfolgende Eintragung in die Handwerksrolle sind die Voraussetzung für eine selbstständige Berufsausübung (die Eintragung in die Rolle kann auch auf Grund anderer Nachweise erfolgen).
Tatsächlich kann man dann den Beruf selbstständig ausüben, wenn man einen Kehrbezirk bekommen hat.

Österreich

Im Unterschied zu Deutschland lautet in Österreich die offizielle Bezeichnung nach dem Berufsausbildungs-gesetz (BAG) Rauchfangkehrer/in. Lehrlinge legen am Ende die Lehrabschlussprüfung ab und können ab dann die Meisterausbildung beginnen. Für den Zugang zum reglementierten Handwerk der Rauchfangkehrer ist in Österreich die Meisterprüfung zwingend vorgeschrieben.

Schweiz

Der Lehrberuf heißt in der Schweiz Kaminfeger EFZ.

Berufsverbände

In Deutschland gibt es für Beschäftigte des Handwerks Interessenverbände:

Zentralinnungs-verband (ZIV) Er ist Arbeitgeberverband bei Tarifverhandlungen. Mitglied sind alle in einer  Innung organisierten Betriebe.
Arbeitnehmerverband im Schornsteinfeger-wesen ist der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger (ZDS).  Er nimmt gewerkschaftliche Aufgaben wahr.

Beide - ZIV und ZDS - bieten Fort- und Weiterbildungs-möglichkeiten an.
Glücksbringer
Die schwarzen Männer (und Frauen) gelten in weiten Teilen der Welt volkstümlich als Glücksbringer. Wer sie berühre, habe Glück (im neuen Jahr). Seit wann es dieses Glückssymbol gibt, ist nicht belegt. Es hängt wohl damit zusammen, dass das Kaminfegen früher Menschen weit häufiger als heute vor Bränden und den Folgen verstopfter Schornsteine schützte.(Siehe auch Aberglaube)

Weitere Begriffsverwendung

Eine dunkle und wenig behaarte Ausprägung des Feldmaikäfers wird als Schornsteinfeger bezeichnet.

Quelle: Wikipedia  https://de.wikipedia.org/
wiki/Schornsteinfeger

  

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