Beton
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Eine Betonmischanlage dient zur industriellen Herstellung von Beton. Bei stationären Anlagen spricht man auch vom Betonwerk oder von der Betonanlage. Nach Angaben der Bundesverbände der deutschen Zement-, Transportbeton- und
Betonfertigteil-industrie gibt es in Deutschland mehr als 4000 Produktionsstätten.
Anlagenkomponenten
Zur industriellen Betonherstellung benötigt man:
Lagerkapazitäten für die einzelnen Rezepturbestandteile:
ggf. verschiedene Zementsorten
die einzelnen Fraktionen für die Betonzuschläge - Minimum sind vier Fraktionen
Wasser
verschiedene chemische Betonzusatzmittel
Betonzusatzstoffe
Transport- und Dosiereinrichtungen für jeden Rezepturbestandteil
Betonmischer
Übergabeeinrichtung für den Frischbeton
Steuerungstechnik
Luftfilter
Nach den verschiedenen Arten der Betonherstellung unterscheidet man folgende Formen der Betonmischanlagen:
Transportbeton-mischanlage
Die heute am weitesten verbreitete Form ist die Transportbeton-mischanlage. Sie dient zur Herstellung von Beton in stationären Werken, der anschließend mit LKW-Betonfahrmischern zur Baustelle transportiert wird. Die einzelnen Rezepturbestandteile werden in der Anlage mit hoher Genauigkeit verwogen und anschließend wird der Betonmischer mit der Charge befüllt. Der Mischer stellt das eigentliche Herzstück der Anlage dar. Er muss in sehr kurzer Zeit die Charge sehr homogen vermischen. Der gesamte Prozess wird auf einem Lieferschein dokumentiert. Gegenüber der Betonherstellung direkt auf der Baustelle hat die Technologie Transportbeton nicht nur zu einer Rationalisierung, sondern auch zu einer nachvollziehbaren Qualitätskontrolle geführt.
Je nach Lagerung und Zuführung der Betonzuschläge gibt es im Wesentlichen drei Bauformen:
Turm- oder Vertikalanlage: Die verschiedenen Zuschläge lagern in sternförmig angeordneten Kammersegmenten, die zusammen einen turmartigen Aufbau oberhalb der Mischer- und Waagenbühne bilden. Die Beschickung des Turms erfolgt über ein langes Steigband, ein Becherwerk oder eher seltener über einen Aufzug. Die Zuführung der Zuschläge zur Dosierwaage sowie zum Mischer erfolgt durch Schwerkraft. Der Vorteil ist eine hohe Leistungsfähigkeit sowie ein Schutz der Zuschläge vor Witterungseinflüssen. Allerdings ist diese Bauweise auch mit höheren Investitionen verbunden.
Reihen- oder Horizontalanlage: Die verschiedenen Zuschläge lagern in einem Reihendoseur, der sich aus mehreren
hintereinander-liegenden Kammern zusammensetzt. Die Kammern werden durch einen Radlader seitlich befüllt. Unter den Kammern befindet sich eine Dosiervorrichtung, die die Zuschläge rezepturgenau an ein Förderorgan abgibt und dann den Mischer beschickt.
Stern- oder Scrapperanlage: Die verschiedenen Zuschläge werden in sternförmig angeordneten Kammern offen angehäuft, die um einen zentralen Punkt herum angeordnet sind. Im Zentrum befindet sich oben ein Scrapper, der die einzelnen Fraktionen zu einer mittigen Öffnung zieht. Von dort fallen die Zuschläge auf eine Waage, die meist zugleich als Förderbehälter für die Beschickung des Mischers dient. Dieser Anlagentyp findet heute nur noch bei kleineren Anlagen Anwendung.
Die einzelnen Zementsorten (bzw. Bindemittelsorten) werden neben der Anlage jeweils in Silos gelagert, die pneumatisch befüllt werden. Die Silos haben unten einen Verschluss und von dort wird der Zement über Förderschnecken zur Zementwaage befördert.
Viele Transportbetonanlagen sind noch mit einer Beton-Recyclinganlage ausgerüstet. Nach der Reinigung der LKW-Fahrmischer wird mit dieser Zusatzanlage die Betonsuspension wieder in feste und flüssige Bestandteile getrennt. Dies verhindert ein Abbinden der Betonreste. Die gewonnen Bestandteile werden danach häufig dem Betonherstellprozess wieder beigemischt.
Baustellen-Betonmischanlage
Vor der Entwicklung der Transportbeton-Technologie wurde der Beton meist auf der Baustelle mit mobilen Trommelmischern gemischt (Ortbeton). Dies sieht man im deutschsprachigen Raum heute nur noch im Heimwerkerbereich. Bei Großbaustellen mit hohem Betonbedarf, wie z.B. beim Bau von Flughäfen, Betonautobahnen, Staudämmen etc. hat sich eine eigene Technologie der Betonmischanlagen entwickelt. Außer im Staudammbau werden hierzu transportable Anlagen benötigt, die in sehr wenigen Tagen ihren Standort wieder verändern können. Zugleich werden von diesen Anlagen sehr hohe
Betonstunden-leistungen verlangt. Außerdem sind Zuverlässigkeit sowohl im Betrieb als auch bei der Betonqualität oberstes Gebot, da ansonsten die gesamte Großbaustelle zum Erliegen kommen kann. Die Übergabe des Betons kann hier auch mit offenen LKWs, Krankübeln oder Förderbändern erfolgen.
Fertigteilwerk
Im Fertigteilwerk ist die Herstellung des Frischbetons lediglich eine Zwischenstufe. Nachfolgend werden daraus feste Betonelemente gefertigt, die zur Baustelle transportiert werden. Die Betonleistung eines Fertigteilwerks liegt meist niedriger als bei einem Transportbetonwerk, da das Betonformen in der Regel der
kapazitäts-bestimmende Faktor ist. Der Herstellprozess des Frischbetons ist im Prinzip gleich wie beim Transportbeton, allerdings werden häufig andere Rezepturen mit mehr Feinanteil bei den Zuschlägen verwendet. Die Übergabe des Frischbetons erfolgt meist mit innerbetrieblichen Transportkübeln, von denen dann die vorgefertigten Schalungen befüllt werden.
Quelle:
Wikipedia / https://de.wikipedia.org/ wiki/Betonmischanlage
Alle Betone lassen sich entsprechend ihrer Herstellung, ihrer Einbauart oder ihrer besonderen Eigenschaften unterscheiden. Dabei gehört ein Beton nicht zwangsläufig nur einer Art an. Ein und dasselbe Produkt wird meist mehreren Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Bezeichnungen der gebräuchlichen Betone sind in dieser Liste aufgeführt.
Betonarten nach Herstellung und Transport
Baustellenbeton
Baustellenbeton ist Beton, der direkt auf der Baustelle hergestellt wird, im Gegensatz zu Transportbeton, der mit Mischfahrzeugen von einer stationären Anlage angeliefert wird. Dies ist in Deutschland nur bei Baustellen mit großem Betonbedarf, die eventuell auch nur auf langen Anfahrtswegen zu erreichen sind, üblich. Beispiele sind Großbaustellen, z. B. Flughäfen, Staumauern von Talsperren oder die frühere Großbaustelle rund um den Potsdamer Platz in Berlin. Hier bestand jahrelang ein großer Betonbedarf für die im Bau befindlichen Wohn- und Geschäftskomplexe, die Straßen- und U-Bahn-Tunnel sowie die Bahnhöfe. Die
Baustellen-betonwerke liefern, sofern technisch und personell dafür ausgelegt, sämtliche
Betonfestigkeits-klassen und -sorten (wie eine stationäre Anlage).
Transportbeton
Transportbeton ist Beton, der in stationären Betonmischanlagen zentral hergestellt und dann mit
Betonmisch-fahrzeugen auf den Baustellen angeliefert wird. Eine andere Bezeichnung von Transportbeton ist Fertigbeton, weil er bereits fertig gemischt ist und nur noch eingebracht werden muss. Die Herstellung von Transportbeton ist in der Europäischen Norm EN 206 festgelegt.
Betonarten nach Einbaubedingungen und -verfahren
Aufbeton
Als Aufbeton wird Beton bezeichnet, der nachträglich auf bestehenden Beton aufgebracht wird.
Ortbeton
Mit Ortbeton bezeichnet man Beton, der vor Ort auf der Baustelle verarbeitet wird und dort, meist in einer Schalung, abbindet, im Gegensatz zu Betonfertigteilen, die in erhärtetem Zustand direkt eingebaut werden. Ortbeton wird entweder als Transportbeton auf die Baustelle geliefert oder dort als Baustellenbeton hergestellt. Nach dem Einfüllen in die Schalungen muss der Ortbeton verdichtet werden, das heißt, eingeschlossene Luftblasen werden mit Rüttelmaschinen entfernt.
Pumpbeton
Pumpbeton ist Beton, der mit Hilfe einer Betonpumpe vom Fahrmischer in die Schalung gefördert wird. An die Zusammensetzung von Pumpbeton werden besondere Anforderungen gestellt, um einen pumpfähigen Beton zu erhalten. Beispielsweise darf der Frischbeton nicht zu steif sein und das Größtkorn ein von der Pumpe abhängiges Maß nicht überschreiten.
Schleuderbeton
Schleuderbeton ist Beton, der mit schnell rotierenden (800 bis 900/min) runden Hohlkörpern (z. B. Stahlschalungen) verdichtet wird. Durch die Zentrifugalkraft wird das Wasser aus dem Beton gedrückt und es ergibt sich ein niedriger Wasserzementwert von 0,25 bis 0,3. Der Beton ist somit dicht und sehr fest. Vor allem Rohre, Maste und Pfähle werden mit diesem Verfahren
hergestellt. Das Verfahren wurde 1907 erfunden.
Spritzbeton
Spritzbeton ist Beton, der mit Druckluft in Rohrleitungen oder Schläuchen zu einer Spritzdüse gefördert wird, mit der der Beton flächenartig aufgetragen und gleichzeitig verdichtet wird. Insbesondere im Tunnelbau bei der Sicherung freigelegter Fels- oder Lockergesteinsflächen, aber auch bei der Sanierung und Verstärkung von Beton- und
Stahlbeton-konstruktionen, hat dieses Betonierverfahren eine große Bedeutung.
Stampfbeton
Als Stampfbeton bezeichnet man unbewehrten Beton, der nur durch Druckstöße ("Stampfen") verdichtet wird.
Unterwasserbeton
Unterwasserbeton ist Beton, der unter Wasser eingebaut wird. Damit sich der Beton beim Betonieren nicht entmischt, sind besondere Betonierverfahren, wie das Benutzen von ortsfesten Trichtern (Kontraktorverfahren), notwendig. Der Beton muss ein gutes
Zusammen-haltevermögen und eine gute Verarbeitbarkeit haben. Dazu sollte der Zementgehalt mindestens 350 kg/m³ betragen. Unterwasserbeton wird insbesondere bei Schlitzwänden und im Grundwasser als Sperrschicht bei Bodenplatten verwendet.
Vakuumbeton
Unter Vakuumbeton versteht man ein Verfahren, bei dem mit einer Vakuumpumpe und Saugmatten nach dem Betonieren ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch wird dem Frischbeton ein Teil des nicht zur Hydratation benötigten Wassers entzogen. Durch die besondere Behandlung des Frischbetons wird z. B. die Schwindrissbildung vermindert. Es entstehen dichtere und verschleißfestere Betonoberflächen. Außerdem erreicht man durch dieses Verfahren schon sehr früh hohe Festigkeiten, wodurch eine frühere Nutzung der Oberfläche möglich ist und der Beton eine höhere Frostbeständigkeit erhält.
Walzbeton
Walzbeton oder HGT-Beton (hydraulisch gebundene Tragschicht) ist ein erdfeuchter Beton, der mit einem Straßenfertiger oder einem lasergesteuerten Grader, mittels Radlader in Lagen von etwa 18-20 cm Dicke eingebaut und vorverdichtet wird. Die Nachverdichtung erfolgt mit Gummiradwalzen. Walzbeton hat einen niedrigen Zementgehalt (180 kg/m³) und eine grobe Körnung von 0-32 mm und wird im Straßenbau und bei Industrieböden eingesetzt.
Betonarten nach Eigenschaften und Beschaffenheit
Asphaltbeton
Beim Asphaltbeton besteht das Bindemittel aus Bitumen statt Zement.
Blauer Beton
Das bläulich schimmernde Äußere gab diesem Beton seinen Namen. Zustande kommt diese Färbung durch seinen hohen Zementanteil. Während des Aushärtungsprozesses färbt dieser durch eine chemische Reaktion den Frischbeton bläulich. Nach dem Trocknungsvorgang verblasst die Farbe, ist aber an Bruchstellen immer noch als bläulich
auszumachen.
Eine weitere, mögliche Herleitung seines Namens nimmt auf die englische Zementherstellung Bezug. Feine Zementarten, im Besonderen der bläulich schimmernde "Portland-Zement", werden dort als "blaine" bezeichnet, welches dem deutschen Wort "blau" ähnelt.
Da "Blauer Beton" mit einem hohen Zementanteil hergestellt wird, weist er große Festigkeit auf. Dem steht allerdings eine erhöhte Sprödigkeit gegenüber.
Seine Anwendung fand er insbesondere vor und im Zweiten Weltkrieg für den Bau von
Bunkern.
Estrichbeton
Estrichbeton ist eine nichtnormierte Bezeichnung. Sie wird für Estrichmörtel zur Herstellung von feingliedrigen Betonbauteilen und Fundamenten sowie Estrichen verwendet. Deshalb sind die Durchmesser der Zuschlagsanteile auch relativ gering. Es handelt sich oft um Sackware, die vor Ort vor dem Einbau mit Wasser anzumischen ist.
Faser- und Textilbeton
Beim Faserbeton werden dem Beton zur Verbesserung der Zugfestigkeit, und damit des Bruch- und Rissverhaltens, Fasern zugegeben. Diese Fasern sind gleichmäßig verteilt im Zementstein eingebettet und wirken als Bewehrung. Durch die Verwendung eines Faserbetons werden auftretende Risse in viele sehr schmale und damit normalerweise unschädliche Risse verteilt.
Es können kurze oder lange, in Richtung der Zugbeanspruchung eingelegte, Fasern verwendet werden. Lange Fasern werden meist in Form von
Glasfaser-textilmatten eingesetzt. Man spricht dann von textilbewehrtem Beton oder auch
Textilbeton.
Für die Fasern können verschiedene Materialien verwendet werden:
Glasfasern - Normales Glas wird vom alkalischen Milieu des Betons angegriffen. Deshalb müssen alkalibeständige Glasfasern verwendet werden (z. B.: AR-Glasfaser).
Stahlfasern - Es werden Stahlfasern verschiedenster Art verwendet. Nicht rostend, Baustahl, aufgebogen, nicht aufgebogen, ...
Kunststofffasern - Hier werden insbesondere Kevlarfasern verwendet.
Kohlenstofffasern - Kohlenstofffasern besitzen den höchsten E-Modul der hier angeführten Fasern, sie dehnen sich also unter Belastung am wenigsten.
Glasschaum-Beton
Glasschaum-Beton ist eine Betonmischung, die statt Sand und Kies Glasschaum verwendet. Der Baustoff ist hart und tragend, aber auch sehr leicht. Durch den Glasschaum werden außerdem sehr gute
Wärmedämm-eigenschaften erreicht. Die Druckfestigkeit liegt bei 8 bis 47 MPa, bei einem Raumgewicht von ungefähr 800 bis 1600 kg/m³ und einem
Wärmedurchgangs-koeffizienten zwischen 0,12 und 0,38 W/(m²K).
Glasstahlbeton
Bei der Herstellung von Glasstahlbeton werden Betonglas, Beton und Bewehrung eingesetzt, sodass ein in Teilen lichtdurchlässige Tragstrukturen erstellt werden können. Im Gegensatz zu einer verglasten Fassade trägt das Glas ebenfalls Lasten ab.
Hochfester und ultrahochfester Beton (UHFB)
Hochfeste Betone werden mit Hilfe von Zementen mit hoher Druckfestigkeit,
Hochleistungs-verflüssigern und mit extrem feinen Zusatzstoffen (Silika-Stäube, Flugaschen) hergestellt. Ultrahochfester Beton (UHFB), international als Ultra High Performance Concrete (UHPC) bezeichnet, stellt das Ergebnis der weitergeführten Forschungstätigkeit auf Grundlage des Hochfesten Betons dar. Aufgrund seines vorzugsweise geringen
Größtkorn-durchmessers und der hohen Reaktivität seiner festen Bestandteile umreißt die auf frühe dänische (Bache) und auf französische Forschungen in den achtziger Jahren zurückreichende Parallelbezeichnung "Reaktionspulverbeton" bzw. "Béton de Poudres Réactives" (BPR) oder "Reactive Powder Concrete" (RPC) seine technologische Besonderheit sehr treffend. Er erreicht Druckfestigkeiten bis über 200 MPa und - mit Fasern versetzt - Zugfestigkeiten von 15 und Biegezugfestigkeiten bis zu 45 MPa. In Deutschland wurden mehrere Brücken im Umkreis von Kassel mit UHFB gebaut.
Infraleichtbeton oder Ultraleichtbeton
Bei einer Trockenrohdichte von maximal 800 kg/m³ spricht man von Infraleichtbeton oder Ultraleichtbeton. Eine untere Gewichtsgrenze für diese Betonsorte liegt technisch derzeit bei etwa 350 kg/m³. Die geringe Dichte ergibt sich durch die besondere Herstellung, unterschiedliche
Leichtbeton-zuschlagstoffe und die Gefügeart des Infraleichtbetons. Zur Herstellung benutzt man leichte Tongranulate, z. B. Liapor. Die Druckfestigkeit ist so gering, dass er noch nicht als Konstruktionsbeton benutzt werden kann. Diesbezüglich laufen derzeit an verschiedenen Instituten in Deutschland Untersuchungen. Wesentliche Vorteile dieses Betons sind neben dem geringen Gewicht die niedrige Wärmeleitfähigkeit. Mit einem Lambda von zirka 0,18 W/mK ist diese maßgebende Eigenschaft ungefähr halb so hoch wie die Werte des Leichtbetons nach DIN 1045.
Konkretbeton
Konkretbeton ist eine Bezeichnung für einen Beton mit einem Zusatz von Splitt, Schutt oder ähnlichem, der früher manchmal verwendet wurde. Er ist deshalb wasserdurchlässiger (poröser) und von schlechter Qualität. Die englische Bezeichnung für Beton "concrete" findet sich in dem Wort wieder.
Luftporenbeton (LP-Beton)
Luftporenbeton ist, im Gegensatz zu Porenbeton, ein herkömmlicher Beton, hergestellt aus Gesteinskörnung, Zement und Zugabewasser. Durch die Zugabe von Luftporenbildnern als Betonzusatzmittel entstehen kleine, gleichmäßig verteilte Bläschen im Frischbeton, die bis zur Erhärtung stabil bleiben. Die so erzeugten Hohlräume (Luftporen) sind ein Schutz vor Schäden durch gefrierendes Wasser, welches sich beim gefrieren in die Poren ausdehnt, anstatt den Beton aufzusprengen. Luftporenbeton wird deshalb überall dort eingesetzt, wo nasser Beton Frost ausgesetzt sein kann.
Magerbeton
Wird der Gesteinskörnung nur sehr wenig Zement beigemischt, so entsteht Magerbeton. Dieser Beton erreicht geringere Festigkeiten und findet überwiegend Anwendung im Straßen- und Tiefbau als Bettung für Pflastersteine und Bordeinfassungen oder als Sauberkeitsschicht.
Ökobeton
Ökobetone sind derart zusammengesetzt, dass die aus der Herstellung der Ausgangsstoffe und der Betonherstellung resultierende Umweltbelastung möglichst gering ist. In der Regel weichen die
Mischungs-zusammensetzungen derartiger Betone von den normativen Vorgaben zur Betonzusammensetzung (z. B. in EN 206 und DIN 1045-2) ab. Daher sind in diesen Fällen gesonderte Regelungen erforderlich.
Papierbeton
Papercrete oder Papier-Beton ist ein Baustoff, der leicht ist und eine hohe Festigkeit aufweist. Natürlich können auch andere Faser- und Metall-Verarbeitungsabfälle Anwendung finden, wie beispielsweise beim Textilbeton. Entscheidend ist die Mischung (Papercrete ~ 60 Papier - 20 Staub/Mineral - 20 Feinzement). Man hat bereits einfache Geodätische Kuppeln mit diesem Material gebaut, wobei auch Metallgeflecht-Verstärkung (Bewehrung) verwendet werden kann.
Polymerbeton (PC)
Polymerbetone (engl. polymer concrete) enthalten im Gegensatz zum normalen Beton ein Polymer (Kunststoff) als Bindemittel, das die Gesteinskörnung (Zuschlag) zusammenhält. Zement wird im Polymerbeton, wenn überhaupt, nur als Füllstoff, also als Erweiterung der Gesteinskörnung in den Feinstkornbereich hinein eingesetzt und übernimmt keine Bindewirkung. Polymerbetone werden hauptsächlich in der Sanierung bestehender Bauteile benutzt. Durch die geringen Topfzeiten (Erhärtungszeiten) der Polymere von unter einem Tag können bei Straßen und Brücken lange Sperrzeiten vermieden werden.
Die am meisten verbreitete Polymermatrix für Polymerbeton ist ungesättigtes Polyesterharz (UP-Harz). Durch Mischen verschiedener Körnungen werden Füllgrade bis über 90 % (m/m) erreicht. Die in Deutschland wichtigsten Anwendungen sind Rohre und Rinnensysteme, die komplett aus Polymerbeton gegossen werden. Polymerbeton hat in seinem Anwendungsbereich deutlich bessere mechanische und chemische Eigenschaften als Zement-Beton. Die Gelierzeit (oder kurz: Gelzeit) dieser Harze kann durch die Menge der verwendeten Katalysatoren (meist Kobaltsalze) und Härter (meist
Methylethyl-ketonperoxyd) individuell eingestellt werden.
Polymerbeton (auch Mineralguss genannt) findet auch eine breite Anwendung bei der Herstellung von Maschinengestellen. Durch seine sehr gute
Schwingungs-dämpfung können große Genauigkeiten bei Dreh- oder Fräsmaschinen erreicht werden. Das Polymer (Bindemittel) besteht zum größten Teil aus Epoxydharz.
Recyclingbeton (RC-Beton)
Recyclingbeton werden alle Betone genannt, bei denen Beton- oder Mauerwerksbruch (Brechsand und Splitt) die Gesteinskörnung aus primären Rohstoffen (Kies und Sand) zum Teil oder vollständig ersetzt. Das Recyclingmaterial wird z.B. beim Abbruch von Gebäuden oder Betonfahrbahnen gewonnen.
Säurebeständiger Beton
Bei diesen Betonen geht es darum, die chemische Beständigkeit stark zu erhöhen. Das wird erreicht, wenn das dreidimensional vernetzte
Calcium-hydroxidgefüge der Zementsteinmatrix unterbrochen und die Menge des Ca(OH)2 begrenzt wird.
Selbstreinigender Beton
Um Fassaden mit selbstreinigenden Betonoberflächen zu erhalten, gibt es neuere Entwicklungen. Ähnlich wie beim Lotuseffekt muss die Oberfläche entweder stark wasserabweisend (superhydrophob) oder wasseranziehend (superhydrophil) sein. Vor allem der zweite Weg scheint erfolgversprechend zu sein, wobei sowohl Methoden der nachträglichen
Oberflächen-behandlung als auch der Betonzugabe beim Mischprozess angewendet werden. Durch hydrophobe alkalische Silikatlösungen werden ähnliche Effekte auch bei älterem Beton erzielt. Derartige Zusatzmittel können sich auch positiv auf die Abrieb- und Druckfestigkeit auswirken.
Selbstverdichtender Beton (SVB)
Durch geeignete Rezepturen und Zusatzmittel ist es möglich, Beton herzustellen, der sich ohne von außen zugeführte Verdichtungsenergie (also ohne Rütteln) selbst verdichtet. Dieser Beton wird als selbstverdichtender Beton (kurz: SVB) bezeichnet und ist sehr fließfähig. Gelegentlich wird auch der englische Name self-compacting concrete (SCC) verwendet.
Sichtbeton, Strukturbeton und Fotobeton
Als Sichtbeton wird jeder Beton bezeichnet, der nach der Erhärtung sichtbar bleibt und nicht beispielsweise verputzt oder beschichtet wird. In vielen Fällen wird Sichtbeton bewusst als Gestaltungselement eingesetzt und ggf. durch Strukturschalung mit Mustern versehen. In diesem Fall wird auch von Strukturbeton gesprochen. Eine weitere Möglichkeit der Gestaltung von Sichtbeton ist die Herstellung von sogenanntem Fotobeton. Durch gezielte Veränderungen der Oberflächenrauheit können Bilder auf dem Beton dargestellt werden.
Splitt- oder Dränbeton
Splittbeton enthält Splitt einer Körnung sowie Zement und Wasser. Nach dem Abbinden ergibt sich ein zusammenhängendes Hohlraumsystem, durch das Wasser abfließen kann. Dadurch besteht geringere Frostgefahr im Winter. Splittbeton wird im Straßen- und Wegebau sowie beim Setzen von Randsteinen etc. angewendet. Splittbeton wird heute im Brückenbau häufig unter Verwendung von polymeren Bindemitteln hergestellt, da sonst die relativ große innere Oberfläche bei der Verwendung von hydraulischen Bindemitteln zu einer schnellen Auswaschung desselben und zur Entstehung von Aussinterungen in und an Tropftüllen und an Bauwerksunterseiten führt.
Splittbeton ist nicht grundsätzlich Dränbeton (auch "Drainbeton"), da der Splitt auch zur Herstellung von Sieblinien für den Transportbeton in den Korngruppen 2/8, 8/16 und 16/22 Verwendung findet.
Stahlbeton
Stahlbeton ist ein Verbundbaustoff, bestehend aus den beiden Komponenten Beton und Bewehrungsstahl. Die Zugfestigkeit eines Betons beträgt in etwa nur ein Zehntel der Druckfestigkeit, der Stahl hingegen besitzt eine hohe Zugfestigkeit. Das Tragprinzip beim Baustoff Stahlbeton ist daher, auf Zug beanspruchte Stellen eines Bauteils mit Stahl zu verstärken, also zu bewehren, und in den übrigen Bereichen die Druckfestigkeit des Betons zu nutzen (in hauptsächlich biegebeanspruchten Bauteilen z. B. Balken). Bei überwiegend auf Druck beanspruchten Bauteilen (z. B. Stützen) dient der Stahl (Bewehrung) auch zur Erhöhung der Tragfähigkeit; er wird also auf Druck beansprucht.
Transluzenter Beton
Seit den 1930er Jahren existieren eine Reihe von Erfindungen, um durch das Einbetten von lichtleitenden Elementen - meist optische Fasern - Betonelemente herzustellen. "Lichtbeton" wird heute unter verschiedenen Markennamen ("LiTraCon","LUCEM","Luccon", u.a.) vermarktet. Der Beton weist gewöhnlich einen Glasfaseranteil von 3-5 % auf. Die annähernd verlustfreie Lichtleitung durch die optischen Fasern ermöglicht es auch noch bei bis zu zwanzig Zentimeter Wanddicke Licht, Schattenwürfe oder sogar Farben zu sehen. Im Gegensatz zu Faserbeton oder Textilbeton werden hier optische Fasern eingesetzt, die eine Weiterleitung des Lichts erlauben. Handelsübliche und im Beton beständige AR-Glasfasern sind zu dünn für das Phänomen der Totalreflexion im Bereich des sichtbaren
Lichts.
Waschbeton
Zur Herstellung von Waschbeton-oberflächen wird durch Wasserstrahlen und/oder Bürsten der Zementleim von der Oberfläche entfernt, sodass das Korngerüst freiliegt. Zum Einsatz kommt Waschbeton als Gestaltungselement oder um im Straßenbau eine griffige Oberfläche zu erzeugen.
Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)
Ein wasserundurchlässiger Beton verhindert ohne weitere Abdichtungs-maßnahmen das Eindringen von Wasser in ein Bauwerk. Erreicht wird dies durch ein dichtes Gefüge und eine möglichst rissfreie Oberfläche des Festbetons.
Quelle:
Wikipedia
https://de.wikipedia.org/
wiki/Liste_gebr%
C3%A4uchlicher_
Betone#Transportbeton
Sucheingabe: transportbeton
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